Cloud-vs-Server

Wachsen Unternehmen, stellt sich früher oder später die Frage, wie die IT-Infrastruktur gestaltet werden soll. Dabei ist nicht nur der Status-Quo entscheidend, sondern auch der Blick in die Zukunft. Insbesondere wenn weiteres Unternehmenswachstum prognostiziert wird, muss dies auch die IT widerspiegeln. Neben der Entscheidung, ob die IT In-House oder Extern besetzt werden soll, stellt sich auch die Frage der Server-Architektur. Hierbei gibt es die Wahl zwischen einem Dedicated (dezidierten) Server (auch traditionelles Hosting genannt) oder Cloud-Hosting. Diese Wahl, Cloud vs Server, wird vor allem durch die individuellen Anforderungen eines jeden Unternehmens geprägt.  

Die Grundlegende Funktion beider Technologien ist die Gleiche: die IT-Umgebung deines Unternehmens abbilden. Entscheidest du dich für einen Dedicated-Server, so werden alle Rechenoperationen bei einem eigens für dich gemieteten oder gekauften Hardware-Server durchgeführt. Beim Cloud-Hosting hingegen werden Rechenleistung, Speicherplatz und Software über ein Netzwerk an Servern abgebildet, auf das du über die Endgeräte zugreifst. Viel interessanter sind aber die Unterschiede beider Modelle.  

Was sind Dedicated-Server? Und wann eigenen sie sich?

Der erste Schritt ist bei diesem Modell, dass du einen (oder ein Netzwerk an) eigenen Server mietest oder kaufst und somit auch die alleinigen Nutzerrechte daran erwirbst. Du hast also deine eigene exklusive Hardware. Richtig gut kommt das bei großen Unternehmen an, die extrem hohe Sicherheitsansprüche haben oder eine enorme Serverkapazität benötigen. Bestes Beispiel hierfür ist Google aber auch Unternehmen, die riesige Datenbanken oder Big-Data-Plattformen anbieten. 

Damit der Server aber auch am Laufen bleibt und Updates, Wartung und Patches kein Problem darstellen, ist meist umfassendes IT-Know-How im eigenen Unternehmen nötig. Dafür herrscht maximale Transparenz über die Rechenleistung und du entscheidest selbst, welches Betriebssystem, welcher Standort oder welcher Arbeitsspeicher genutzt werden – egal ob gemietet oder gekauft. Volle Kontrolle also.  

Die nächste Stufe eines Dedicated Servers, die noch leistungsfähiger ist, wäre übrigens ein Cluster, bestehend aus mehreren Dedicated Servers. 

 

Wann eignen sich Dedicated-Server? 

Wenn dein Unternehmen gleichbleibende und vorhersehbare Ansprüche an die eigene IT-Kapazität hat 

Für Unternehmen, die riesige Rechenleistung benötigen 

Wenn Unternehmen sensible Daten nicht nur technisch, sondern tatsächlich physikalisch trennen müssen  

Vorteile Nachteile 
Kontrolle: Du entscheidest, was genutzt wird, 
vom Netzteil bis zum Arbeitsspeicher 
Know-How: Wahrscheinlich hast
du beim Lesen schon gemerkt, 
dass du durchaus Ahnung haben 
solltest, wenn du selbst entscheidest 
welche Hardware genutzt wird  
Planung: Du weißt immer genau, 
welche Rechenleistung zur 
Verfügung stellt und kannst 
damit planen 
Ressourcen: Wird ein Dedicated-
Server genutzt, kommst du wohl 
kaum drum rum, (mindestens) 
eine Person im Unternehmen zu 
beschäftigen, die sich mit der 
Materie auch sehr gut auskennt 
Kapazität: Du planst das zweite Google (nur besser) zu hosten?Dann wirst du 
wahrscheinlich nicht um (zugegeben, 
eine ganze Menge an) Dedicated-Server herumkommen 
Skalierung: Wächst dein 
Unternehmen oder benötigst du 
mehr Rechenleistung ist ein 
Zukauf nötig. Das kann nicht nur 
teuer werden, sondern den 
Prozess auch verzögern.  
Nutzerrechte: Wenn du wert drauf legst, dann kann auch 
das ein Vorteil sein. Du bist die einzige 
Person, die diesen Server nutzt 
Kosten: Da die Hardware nur dir 
gehört, musst du diese natürlich 
auch in vollem Umfang bezahlen 
 
Ausfallzeiten: Wenn dein Server ein 
mal abschmiert, dann hast du 
höchstwahrscheinlich ein 
Problem. Denn dann geht erst mal nichts mehr.

Cloud-Server: Funktionsweise und Anwendungsgebiete 

Cloud-Server sind Server, die nicht auf eigener physischer und ausschließlich von dir genutzter Hardware gehostet werden, sondern von Cloud-Hosting-Anbieter:innen zur Verfügung gestellt und verwaltet werden. Das heißt auch, dass noch weitere Personen und Unternehmen auf diese Server zugreifen, nicht nur du. Das Ganze geschieht in einer virtualisierten Umgebung. Das bedeutet, dass zum einen virtuelle Server, auf denen Daten gespeichert und Services gehostet werden, und zum anderen physische Hosts, die ebendiese Server verwalten, Teil eines Cloud-Hostings sind. Diese Zweiteilung bietet Flexibilität in der Rechenleistung und eröffnet Potenziale zur Skalierung.  

Über die Hardware-Ausstattung entscheiden in der Regel die Entwickler:innen und Anbieter:innen. Der Vorteil ist klar: natürlich werden so die Hardware-Kosten durch die hohe Anzahl an Nutzer:innen geteilt und verringert. So sind Cloud-Server günstiger als Dedicated-Server und du zahlst nur für den Serverplatz, den du wirklich nutzt. So kann neben Hardware-Kosten auch interner Ressourcenbedarf gespart werden, da Dinge wie Wartung oder Updates wegfallen.   

Dadurch, dass du deinen Serverplatz flexibel gestalten kannst, ergeben sich natürlich große Vorteile für deine Kapazitäten: Wenn du sowieso einen sehr schwankenden Bedarf hast oder gerade auch Wachstumskurs bist, passen sich Cloud-Server immer deinen Anforderungen an. Meist kannst du außerdem wählen zwischen einer Private-Cloud und einer Public-Cloud, was allerdings nicht mit der Datensicherheit zusammenhängt. Diese ist natürlich auch beim Cloud-Computing gewährleistet.  

Kurzer Exkurs: “Die Cloud” 

Nicht nur beim Thema Server-Hosting ist der Begriff “Cloud” mittlerweile etabliert. Es gibt Cloud-Software, Cloud-Computing oder auch Cloud-Anbieter:innen. Alle diese Begriffe haben gemein, dass sie sich auf einen Server beziehen, der öffentlich zugänglich ist und genutzt wird. Beim Cloud-Computing etwa werden Server miteinander verbunden und teilen sich so die Rechenleistung einzelner Aufgaben. Dadurch steigt die Kapazität enorm und die Arbeitslast wird auf viele, kleinere Computer verteilt. Cloudbasierte Dienste sind dabei gänzlich unterschiedlich. Vom Webhosting, zum Dateihosting (Google Drive oder Dropbox) bis hin zur Cloud-Automation (Zapier oder Integromat) gibt es unzählige Möglichkeiten, diese Technologie zu nutzen.  

Wann eignet sich Cloud-Hosting?

Wenn dein Unternehmen einen wachsenden Bedarf an die eigene IT-Infrastruktur hat 

Für Unternehmen mit mehreren Standorten 

Wenn dein System am Besten 100% der Zeit verfügbar sein muss

Wenn deine Anforderungen schwanken und sich die IT-Umgebungen flexibel daran anpassen soll   

Vorteile Nachteile 
Kosten: Beim Cloud-Hosting fallen 
nicht nur die Hardwarekosten 
(nahezu) weg, du sparst auch an 
den Infrastrukturkosten  
Internetzugang: Du brauchst eine stabile 
Internetverbindung, damit du 
jederzeit auf die Cloud-Server zugreifen kannst.  
Sicherheit: Die Datensicherheit ist 
absolut vergleichbar mit der eines 
Dedicated-Server, allerdings ist das
Risiko einer längeren Ausfallzeit 
deutlich geringer. 
Flexibilität: Du kannst flexibel 
Rechenleistung zu- oder abbuchen 
und so deine IT-Infrastruktur immer 
an die aktuellen Gegebenheiten 
anpassen.
Skalierbarkeit: Dein Unternehmen 
wächst und mit einem Klick wächst 
auch dein Cloud-Server. 
Know-How: Du benötigst kaum noch 
Know-How über geeignete Hardware 
In-House und musst dir keine 
Gedanken machen, welchen CPU du für deinen Server nutzt. 
Wahrscheinlich stellt das für die 
meisten Personen einen Vorteil dar.

Cloud vs Server: Klarer Sieg für die Cloud 

Die Liste der Nachteile vom Cloud-Hosting ist so kurz, weil es insbesondere für KMUs in diesem Vergleich nur wenige gibt. Die Anwendungsbeispiele eines Dedicated-Servers zeigen, dass diese Form des Hostings nur für wenige, sehr spezielle Anforderungen klare Vorteile hat. Zudem sind die Vorteile der Dedicated-Server wie Kontrolle und exklusive Nutzerrechte für die meisten Unternehmen wahrscheinlich kaum von Relevanz. Denn seien wir ehrlich, es ist höchstwahrscheinlich völlig egal, ob noch weitere Personen und Unternehmen die gleiche Hardware nutzen wie du. Den meisten Unternehmen ist bei der eigenen IT-Infrastruktur wahrscheinlich mehr daran gelegen, die Kosten überschaubar zu halten und dennoch einen stabilen und performanten Server zu nutzen.  

Gepaart mit der deutlich höheren Flexibilität und Skalierbarkeit gewinnt in unseren Augen der Cloud-Server auf voller Linie. Da zudem (selbstverständlich) auch die Datensicherheit beim Cloud-Hosting höchste Priorität genießt und Ausfallzeiten bei weitem keinen so großen und zeitaufwändigen Schaden darstellen, wie bei Dedicated-Servern, empfehlen wir dieses Modell all unseren Kund:innen. Besonders vor dem Hintergrund der Cloud-Automatisierung sind Cloud-Server (wie der Name vermuten lässt) unumgänglich. Wir unterstützen gerne bei der Analyse und anschließenden Automatisierung von Geschäftsprozessen, erklären Möglichkeiten und gehen individuell auf die Unternehmensprozesse ein.